Pibros mit symetrischem Profil

Artikel verfasst von Philipp Eilebrecht

Infos zum Bau:



Material: Depron, Selitron, oder ähnliches...
Materialstärke: 4 mm
Klebstoff: UHU-Por, Gewebeklebeband oder Malergrep
Werkzeug: Cuttermesser oder Skalpell, langes Lineal, Winkelmesser
Bauzeit: ca. 6 - 9 Stunden
Schwierigkeit: Anfänger

Bauplan:

Nachdem ich meinen ersten Pibros als Segler nach der bekannten Bauanleitung (Ur-Pibros) gebaut hatte und von den Flugeigenschaften sehr, von der Flugleistung weniger angetan war, habe ich nach Verbesserungsmöglichkeiten gesucht. Heraus kam ein Pibros mit vollsymmetrischem Profil und abgeschnittenen Ecken.
Hier die Zeichnung dazu ... (Aufgepasst: Der Schnitt unten ist nur zur Hälfte gezeichnet!! Einfach das obere nach unten spiegeln!)


Der erste vollsymmetrische, hergestellt aus 4mm-Depron, hat mich bereits überzeugt: Bessere Gleitflugleistung verbunden mit VIEL besserer Wirksamkeit des Höhen- und vor allem Tiefenruders. Rückenflug mit nur minimalem Andrücken, außerdem setzt er Geschwindigkeit besser in Höhe um. Er ist natürlich viel indifferenter zu fliegen und nicht mehr eigenstabil, aber noch nicht nervös. Die guten Langsamflugeigenschaften hat er auch.
Der zweite aus 3mm-Depron mit Winglets statt Seitenleitwerk (siehe Bild unten) war dann völlig anders: Langsamflug ist nicht mehr, er torkelt dann nur fast unsteuerbar rum. Dieses Teil wollte laufen, laufen und nochmals laufen, und das konnte es auch! Trotz nur 200g Gewicht! Leider kam ich noch nicht dazu, damit an den Hang zu gehen... Ich starte meist mit der Gummiflitsche in der Ebene.


Zum Bau der Vollsymmetrischen:

Zunächst schneidet man alle Teile gemäß der Zeichnung aus 3- oder 4mm-Depron aus, Teile mit 2 Nummern (z.B. 7+8) doppelt. Nun zeichnet man Mittellinien auf alle Dreiecke und die Umrisse der kleineren Dreiecke 2/5 und 3/6 in ihrer späteren Position auf beide Seiten von Teil 1, damit man weiß, auf welche Fläche der Kleber aufgetragen werden muß. Ebenso zeichnet man die Umrisse von Teil 1 und 3/6 einseitig auf die Teile 4, 7 und 8 sowie die Umrisse von 2/5 auf Teile 3 und 6.
Ein paar grundsätzliche Sachen zum Kleben: Ich verwende mittlerweile fast ausschließlich UHU Por, weil der einfach besser hält als der Sprühkleber und billiger ist. Wenn ich UHU Por flächig auftragen muß, lege ich schnell(!) ein paar Würste auf die Fläche und verstreiche diese schnell mit einem Abfallstück Depron. Der Kleber fängt sehr schnell an abzubinden, deshalb diese Eile...bitte vorher ausprobieren! Teile, die gewölbt werden (z.B. Teil 3/6), verklebe ich auch nur an den Rändern, hierzu ziehe ich eine dünne Raupe am Rand der Teile bzw. knapp innerhalb der Umrißlinie. Auf einigen der Bilder ist das zu erkennen.
Jetzt kanns losgehen: Man legt Teil 1 auf eine gerade Fläche und klebt Teil 2 flächig auf. Über Teil 2 wölbt man Teil 3 (nur an den Rändern und über Teil 2 kleben!). Darauf achten, daß sich Teil 1 dabei nicht verzieht.


Nun wird Teil 4, also die Unterseite, aufgeklebt: Hierzu den Kleber flächig auf Teil 2 und am Rand von Teil 1 auftragen. Ebenso auf Teil 4: flächig innerhalb des Umrisses von Teil 2 und eine Raupe am Umriß von Teil 1. Nun positioniert man vorsichtig Teile 1-3 auf Teil 4, dreht das Ganze um (Teil 1 muß auf einer ebenen Fläche liegen!) und drückt Teil 4 an. Damit ist die erste Hälfte fertig.



So sieht das dann aus....Teil 1 sollte nätürlich nach wie vor eben sein!


Nun baut man die zweite Hälfte genauso auf, die Bilder sprechen für sich....hier ist die Kleberaupe am Rand des Umrisses von Teil 6 gut zu erkennen.


So langsam wirds interessant: Die Verklebung der Oberseite steht nun an. Dies will gebührend vorbereitet werden:


Zunächst wird das Klebeband auf die Unterseite geklebt und gut anmassiert


...dann werden die Oberseiten (Teile 7+8) paßgenau und spaltfrei angeklebt. Jetzt sollte man die Oberseiten zur Probe (ohne Kleber!) umklappen, um zu kontrollieren, ob auch alles stimmt. Ist dies der Fall, so kann der Kleber aufgetragen werden: Flächig auf Teil 6, als Raupe am Rand von Teil 1 und am Rand der Unter/Oberseite ebenfalls als Raupe, auch an der Hinterkante!


Während der Kleber antrocknet, kann man den Tatort vorbereiten: Ich unterlege die Nasenleisten mit ca.6mm hohen Balsa-Endleisten und die Endleiste des Pibros mit einer ebenfalls 6mm starken Leiste. Dies hilft ein wenig, den Verzug in Grenzen zu halten....


Wenn der Kleber gut(!) angetrocknet ist, kommt der große Moment: Die Oberseiten werden umgeklappt, so wie man das vorher trocken geübt hat, und gut anmassiert.


Nun betrachte man sein Werk kritisch: juhu, massig Verzug drin....also los und diesen ohne Gnade rausbiegen! Hierzu ruhig das Material ordentlich durchwalken, das macht es mit. Die Nasenleiste wird immer leicht durchhängen, das kriegt man nicht völlig raus. Aber man sollte darauf achten, daß die Flächenenden nicht gegenüber der Mitte verdreht sind. Das läßt sich meist mit etwas Geduld bewerkstelligen.


so schauts dann aus....


Ach ja: In der Zwischenzeit hat man natürlich auch Leitwerk und Ruder ausgeschnitten und zusammengeklebt, diese sind identisch mit denen des Standard-Pibros. Die Leitwerkshälften klebe ich zuerst flach nebeneinander auf ein Klebeband mit aneinanderstoßenden Nasenleisten und klappe dann um, ähnlich wie bei der Nasenleiste der Tragfläche. Das ergibt eine perfekte Rundung ohne Schleifen... ;-)
Das Leitwerk verklebe ich mit Holzleim (Bindan P Propellerleim wasserfest) und lege dabei eine Kleberaupe um das Leitwerk, wie auf dem Foto zu sehen ist. Das hält bombig, ich halte meine Pibri beim Gummistart immer am Leitwerk fest, und da is richtig ZUG drauf. Man muß dem Leim eine Nacht (bei Zimmertemperatur) zum Durchtrocknen lassen, es lohnt sich aber definitiv!!!

Nun fehlt nur noch der Einbau der Fernsteuerung, dann isser fertig. Dies geht im Prinzip genauso wie beim normalen Pibros, ebenso ein eventueller Hochstarthaken und/oder Griff. Der Haken liegt ca. 3cm vorm Schwerpunkt. Der Schwerpunkt liegt 21cm hinter der Spitze.

Als Fernsteuerung verwende ich einen Ceto-Empfänger und zwei 9g-Servos, als Akku entweder 110 oder 270mAh. So ausgerüstet wiegen meine Vollsymmetrischen zwischen 160 und 220g.

Das Fliegen ist kein Problem, wenn man einen normalen Pibros beherrscht. Natürlich ist der Vollsymmetrische nicht mehr so eigenstabil, aber das ist ja auch Sinn der Sache... ;)

Umgewöhnen muß man sich, was die Ruderwirkung anbetrifft: Das Querruder kommt etwas sanfter, dafür das Höhenruder um so brachialer, hier kann man den Ausschlag geringer wählen als beim Original. Wenn der Pibros gut ausgewogen ist, sollten die Ruder wirklich nur kaum sichtbar nach oben stehen und neutraler Rückenflug mit ein paar Trimmrasterschritten nach oben möglich sein.

In diesem Sinne: Ich wünsche allen Nachbauenden viel Erfolg und Spaß!

Teilt mir eure Erfahrungen mit, ich freu mich auf euer Feedback!

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